Eine Retrospektive 2009-11, Berlin (S)
Prachtwerk - Musik Café Kunst, 1. November 2014 - 28. Februar 2015
Le Grand Opening, Berlin

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Nord-Neukölln bekommt eine Szene-Adresse mehr. Mit besonderem Fokus auf soziale Verantwortung und kulturelle Begeisterung kann man sich hier auf einen fairen Kaffee treffen und Konzerte wie Ausstellungen besuchen. Ab November 2014 bis Ende Februar 2015 sind großformatige Originale sowie Ausschnitte der "Jerusalem-Serie", die im September 2011 in der Galerie STOFFWECHSEL in Mannheim ausgestellt wurde, im Prachtwerk in Neukölln zu sehen.

Kerzenständer und Klangteppiche


LOCATION Open-Mic-Abende und Konzerte in gediegener Atmosphäre: In Neukölln gibt es seit einigen Monaten ein "Prachtwerk"

Es gehört sich überhaupt nicht, einen Artikel über ein Musikcafé auf der Toilette beginnen zu lassen. Aber im Neuköllner Prachtwerk bietet es sich an, den Rundgang am stillen Örtchen zu beginnen. Zwei Räume zum Pinkeln in stilvoller Atmosphäre, im Vorraum Blümchensofas, die Waschbecken sind in alte Nähmaschinentische eingelassen, im Nachbarraum hängen Arbeiten der Künstlerin Dikla Stern. Und jetzt das Beste: Die Boxen auf der Toilette sind so gut, dass man sogar das Sandpapier-Hauchen in der Stimme von Brooke Singer von French for Rabbits hören kann, die gerade oben auf der Bühne auftreten. Die beste Toilettenanlage Berlins!

French for Rabbits kommen aus Waikuku Beach, Neuseeland, und sind nach Europa gekommen, um ihr erstes Album zu bewerben. Brooke Singer und Gitarrist John Fitzgerald haben die Band 2011 gegründet und sich mit ihrem verträumten Pop mit Folk- und Jazz-Zwischentönen in ihrem Heimatland mittlerweile einen Namen gemacht. Das Prachtwerk ist an diesem Samstagabend ganz gut gefüllt, etwa 120 Leute sind gekommen. Sängerin Brooke ist sichtlich gerührt ob des Interesses. Berlin muss für Musiker aus Down Under ein Angstgegner sein.

Die Texte, die Brooke schreibt und mit samtweicher Stimme vorträgt, sind melancholisch, manchmal auch wütend. Die Single "Goat" ist eine Ode an die Sturköpfigkeit: "I won't be the first to say I'm sorry / Even if it's my fault / It's not like I have a heart of gold / but I'm honest to outvote / And I'm as stubborn as a goat." Darüber legt sich ein Klangteppich aus einem plätschernden Keyboard und einer zweiten Akustikgitarre. "Quiet is the new loud" ist jedoch nicht das Motto der Band. Um zu sehen, was das Album an Atmosphäre zu bieten habe, solle man doch mal die Anlage aufdrehen, rät die Band auf Twitter.

Das Prachtwerk bietet an diesem Abend eine gute Mischung aus Kneipenstimmung und Konzert, an den hinteren Plätzen wird beim Bier erzählt, vorne an den massiven Holztischen mit wuchtigen Kerzenständern lauscht man dem Konzert. ...

© taz, 24.11.2014/ Von Anne-Sophie Balzer



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Prachtwerk, Ganghoferstr. 2, 12043 Berlin

Öffnungszeiten:

So, Mo, Di: 10 - 23 h
Mi: 10 - 00 h
Do: 10 - 1 h
Fr, Sa: 10 - 2 h


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