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Dikla Sterns Arbeiten zeigen uns die Wahrnehmung der Umwelt als vielschichtigen Vorgang, der intuitive, emotionale und intellektuelle Aspekte vereint. Sie lassen uns darüber nachdenken, wie wir das Außen fühlen, Stimmungen wahrnehmen, wie wir beobachten und schlussfolgern. Wie wir auch immer wieder auf uns selbst zurückgeworfen werden. Unsere Deutungen bilden auch unsere Weltanschauung. Ein wiederkehrender Prozess, der immer wieder neu begangen wird. Und nie endet. Nur immer wieder "eröffnet" wird.

Die Auseinandersetzung mit Außenwelt ist zu einem kontinuierlichen Thema geworden, der sich teils diskret, teils ganz direkt in den aktuellen Arbeiten zeigt. Ob es die Werkserie "Hotel Stories" oder die Charakterstudien sind, die jeweils ganz eigene Gefühlswelten offenbaren: immer wieder geht es darum, Stimmungen wiederzugeben. Wie ist z.B. Berlin? Was empfindet man in Berlin? Dikla Stern nimmt hier eine besondere Härte wahr. Berlin ist ein hartes Pflaster. Wer sehr feinfühlig ist, braucht ein dickes Fell. Die Wahrnehmung der Dinge wird dadurch geschärft. Nach dem Motto: Wenn die Umgebung sich verändert, verändert man sich selbst. Und indem man sich selbst verändert, verändert man auch seine Wahrnehmung.

Als kritische Zeitgenossin verarbeitet Dikla Stern aktuelle Themen und Fragestellungen und reflektiert den Einfluss von Medien, Politik und Geschichte auf das Individuum. Ihr lebendiger und wacher Geist und ihr deutsch-jüdischer Hintergrund sensibilisieren sie besonders für gesellschaftliche Phänomene. Als Freigeist, der in der Kunst verankert ist, schlägt sie einen individuellen Weg ein, der permanent neu erfunden werden muss. Und bedient sich dabei ganz eigener, mit der Zeit wechselnder Stilmittel. Ihr scharfsinniger, klarer Blick und ihre Fähigkeit, den Betrachter unmittelbar anzusprechen, sind zwei wesentliche Stärken ihrer künstlerischen Arbeit.

Wenn die Wahrnehmung ihrer Bilder unmittelbar gespürt wird, dann liegt es sicherlich an ihrer ausgeprägten Sensibilität und noch mehr an Ihrer Intuition. Situationen blitzschnell zu erfassen, dazu hat uns die Evolution in die Lage versetzt und macht uns letztendlich zu dem, was wir sind. Beobachten, Momente wahrnehmen, Informationen filtern und reflektieren, das nimmt sich die Künstlerin vor. Und nimmt uns dabei mit.


Dikla Stern - Eine Reise

1972 in Tel Aviv geboren und als junges Kind nach Deutschland eingewandert, prägten sie kulturelle, sprachliche und religiöse Unterschiede. Die frühe Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Umgebungen gab den Anlass für die ersten experimentellen Fotografien.

Während und nach dem Abitur folgten Erfahrungen in Theaterhäusern, Film- und Fernsehproduktionen sowie in Agenturen und Workshops in Deutschland, Polen und Israel. Sie spielte im Opernhaus des Nationaltheaters Mannheim bei Produktionen wie "Tannhäuser", "Rigoletto", "Die verkaufte Braut" mit, dolmetschte für Regisseure wie Achim Freyer, bei Theaterproduktionen wie "The Eternal Road" an der Universität Tel Aviv oder für Ari Folmans Produktion "Made in Israel" mit Jürgen Holtz. Auf verschiedenen Workshops in Polen lernte sie u.a. Puppentrickfilmmacher Tadeusz Wilkosz kennen und war später als Grafikerin tätig, mit Steffen Herbold als Creative Director.

Die künstlerische Ausbildung als Grafikdesignerin erfolgte von 1999 bis 2002 am Avni Institute of Art and Design Tel Aviv, u.a. bei etablierten israelischen Künstlern und Grafikern wie Michal Kastiel, Sharon Rahav und Reuven Rishrey. 2003 kehrte sie nach Deutschland zurück und studierte ab 2005 Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Medientheorie und Philosophie an der Mannheimer Hochschule für Technik und Gestaltung und schloss 2007 mit dem Master of Arts (M.A.) bei Prof. Dr. Thomas Friedrich ab.

Ihre Abschlussarbeit baut auf Michel Foucaults Publikation "Überwachen und Strafen - die Geburt des Gefängnisses" auf und befasst sich mit der Reflexion von subjektiven Wahrnehmungen an vorhandenen politischen und sozialen Begebenheiten. Der Fokus liegt dabei auf Sicherheitsprodukten und -maßnahmen, auf dem subjektiven Empfinden des Menschen gegenüber der Angst und der Anknüpfung des Systems an diese zur Profitmaximierung.

Dikla Stern ist eine freischaffende Künstlerin und Grafikerin. Sie lebt und arbeitet seit 2011 in Berlin. Ihre Arbeiten befinden sich mittlerweile bei Sammlern, Privatpersonen, Firmen und Galerien in Deutschland, Israel, Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und den USA. Ausstellungen fanden auf Biennalen, Galerien, Messen, Produzentengalerien, öffentlichen Räumen national als auch international in Mannheim, Leipzig, Berlin, Stockholm, Brüssel, Florenz und New York statt.

Ihre Werke sind in Kinofilmen zu sehen, aktuell im Film "Fucking Berlin" zu dem gleichnamigen Roman von Sonia Rossi. Ihre Ausstellungen wurden von der "Adrienne and Otmar Hornbach-Stiftung", der "Dieter Kissel-Stiftung," "Sigma-Milieus", der "Stadt Lingen Lingen", der "Stadt Annweiler", Vereinen und weiteren Firmen unterstützt.


Julia Walter M.A./ Kunsthistorikerin


Publikation:

Überwachen und Strafen - das Geschäft mit der Angst - von der Marter bis zur biopolitischen Gesellschaft / 2008, VDM-Verlag, Saarbrücken, Deutschland, ISBN 978-3-8364-7820-5



Ausstellungen/ Auswahl:

2014 - 2017

ART FOR LIVING SPACE, Cica Museum, Czong Institute of Contemporary Art, Gimpo-Si, Gyeonggi-do, Korea
SCHÖNE NEUE WELT (S), Stadt Annweiler, Hohenstaufensaal, Annweiler am Trifels (Deutschland)
ARSENAL (S), Mein Haus am See, Berlin (Deutschland)
Le Grand Opening (S), Mein Haus am See, Berlin (Deutschland)
Socks for Life (EFCNI), Europaparlament, Altiero Spinelli Building, Brüssel (Belgien)
Socks for Life (EFCNI), Firma Dräger, Lübeck (Detuschland)

2012 - 2013

Du bist mein Spiegel, Galerie Potemka, Leipzig (Deutschland)
Kunst am Spreeknie #6, Galerie G11 Leipzig-Berlin, Umspannwerk, Berlin (Deutschland)
Breath/ Breadth, Galerie Brooklyn College, Jewish Art Now , New York (USA)
SUPERMARKET Independent Art Fair, Kulturhuset, Stockholm (Schweden)
Der Blick der anderen, 5. European Month of Photography (EmoP), Berlin (Deutschland)
Berliner Liste 2012 , MUMA ehem. Heizkraftwerk, Berlin (Deutschland)
No Name, Galerie G11 Funkhaus Berlin, Berlin (Deutschland)

2007 - 2011

Eine Reise nach Jerusalem mit Pinkelpause in der Wüste (S), STOFFWECHSEL Galerie, Mannheim (Deutschland)
33. Deutsch Evangelischer Kirchentag, Diakonie Katastrophenhilfe - Brot für die Welt, Dresden (Deutschland)
19. Karlsruher Künstlermesse, Regierungspräsidium am Rondellplatz, Karlsruhe (Deutschland)
2. Ökumenischer Kirchentag, Diakonie Katastrophenhilfe - Brot für die Welt, München (Deutschland)
Internationale Biennale für zeitgenössiche Kunst, Fortessa da Basso, Florenz (Italien)


ART Portfolio/ download (D)

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- english -



Dikla Stern's works show us the perception of the environment as a complex process that unites intuitive, emotional and intellectual aspects. They make us think about how we perceive the outside world, how the atmosphere, how we observe and conclude. It always leads back to self-reflection. Our interpretations also shape our view of the world. A recurrent process, repeating itself over and over again, never ending, continuously being reopened.

The engagement with the outside world became a continuous topic being partly discreetly partly directly reflected in her current works. Whether it is the series of works "Hotel Stories" (not exhibited) or the character studies, each of them reveal their very own emotional worlds. It always comes down to mirroring the atmosphere. How is e.g. Berlin? What do people feel in Berlin? Dikla Stern notices a particular hardness here. Berlin is a dog-eat-dog world. Sensitive people need a thick skin. The perception of things is thus being sharpened. According to the motto: when the surroundings change, the person itself changes. And through changing oneself, one's perception changes.

As a critical contemporary, Dikla Stern works up current topics and issues and reflects the influence of media, politics and history on the individual. Her vivid and attentive esprit and her German-Jewish background draw her awareness to social phenomena in particular. As a free spirit anchored in arts, she takes an individual path, which is permanently being reinvented. In the course of this, she applies her very own stylistic devices, which can change with time. Her perceptive, clear vision and her ability to address the spectator directly are two essential forces of her artistic work.

If the perception of her paintings works immediately, then it is most probably intuitive. Evolution made us capable of capturing situations very quickly and makes us eventually to who we are. The artist's intention is to observe, perceive moments, filter and reflect information and she takes us with her on her journey.


Dikla Stern – A journey

Dikla Stern, born in Tel Aviv in 1972, immigrated to Germany as a young child. She was influenced by cultural, linguistic and religious differences. This exposure to various cultural surroundings at a very young age, triggered her to try out experimental photography.

During highschool and after graduation, she gained experiences in theatre, film and TV productions as well as in advertising agencies in Germany, Poland and Israel. She acted at the opera house of the National Theater of Mannheim in productions like "Tannhäuser", "Rigoletto", "The Bartered Bride". She also worked as an interpreter for directors like Achim Freyer, in theater productions like "The Eternal Road" at the University of Tel Aviv or for Ari Folman's production "Made in Israel" with Jürgen Holtz. Furthermore, at various workshops in Poland Stern got to know the puppet animation film maker Tadeusz Wilkosz and others. Later, she also worked as graphic designer with Steffen Herbold as Creative Director.

From 1999 to 2002 she studied graphic & art at the "Avni-Institute of Fine Art & Design in Tel-Aviv", with established Israeli Artists and graphic designers like Michal Kastiel, Sharon Rahav and Reuven Rishrey. In 2003 she returned to Germany and in 2005 she began to study Communication Design with special focus on theory of media and philosophy at the "University of Mannheim for Engineering & Design", in Mannheim, Germany. In 2007, she graduated with the Master's degree (M.A.) under Prof. Dr. Thomas Friedrich.

The master thesis published in 2008, is based on Michael Foucaults "Supervising and Punishment - the Birth of the Jail". It deals with the reflection of subjective perceptions on existing political and social conditions. The focus is on safety products and safety precautions, on the subjective feelings of anxiety and the conscious exploitation of this feeling by the economic system in order to maximize profit.

Dikla Stern is a self-employed artist and designer. Since 2011, she has lived and worked in Berlin. Her paintings are in the possession of collectors, private persons, companies and galleries in Germany, Israel, Luxembourg, Switzerland, France and the U.S. She had exhibitions at biennales, galleries, fairs, artist run galleries, public spaces nationally and internationally, in Mannheim, Leipzig, Berlin, Stockholm, Brussels, Florence and New York.

Her works can be seen in movie productions, most recently during the shooting of "Fucking Berlin", based on the identically named novel by Sonia Rossi. Her exhibitions were promoted by the "Adrienne and Otmar Hornbach-Foundation", the "Dieter Kissel-Foundation," "Sigma-Milieus", "the City of Lingen", "the City of Annweiler", associations and other private companies.

Julia Walter M.A./ Art historian


Publication:

"Überwachen und Strafen, das Geschäft mit der Angst - Von der Marter bis zur biopolitischen Gesellschaft" (Controlling and Punishing - Doing business with anxious - from the dreadful fear to the biopolitcal society)/ 2008, VDM-Verlag, Saarbrücken, Germany, ISBN 978-3-8364-7820-5


Exhibition/ Selection:

2014 - 2017

ART FOR LIVING SPACE, Cica Museum, Czong Institute of Contemporary Art, Gimpo-Si, Gyeonggi-do, Korea
BRAVE NEW WORLD (S), City of Annweiler, Hohenstaufensaal, Annweiler am Trifels (Germany)
ARSENAL (S), Mein Haus am See, Berlin (Germany)
Le Grand Opening (S), Mein Haus am See, Berlin (Germany)
Socks for Life (EFCNI), European Parliament, Altiero Spinelli Building, Bruxelles (Belgium)
Socks for Life (EFCNI), Company Dräger, Lübeck (Germany)

2012 - 2013

Du bist mein Spiegel, Gallery Potemka, Leipzig (Germany)
Kunst am Spreeknie #6, Gallery G11 Leipzig-Berlin, Umspannwerk, Berlin (Germany)
Breath/ Breadth, Gallery Brooklyn College, Jewish Art Now , New York (USA)
SUPERMARKET Independent Art Fair, Kulturhuset, Stockholm (Sweden)
Der Blick der anderen, 5. European Month of Photography (EmoP), Berlin (Germany)
Berliner Liste 2012 , MUMA ehem. Heizkraftwerk, Berlin (Germany)
No Name, Galerie G11 Funkhaus Berlin, Berlin (Germany)

2007 - 2011

A Trip to Jerusalem with pee break in the desert (S), Gallery STOFFWECHSEL , Mannheim (Germany)
33. Deutsch Evangelischer Kirchentag, Diakonie Katastrophenhilfe - Brot für die Welt, Dresden (Germany)
19. Karlsruher Künstlermesse, Regierungspräsidium am Rondellplatz, Karlsruhe (Germany)
2. Ökumenischer Kirchentag, Diakonie Katastrophenhilfe - Brot für die Welt, Munich (DGermany)
Biennale Internationale for contemporary Art, Fortessa da Basso, Florence (Italy)


ART Portfolio/ download (D)

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