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Der Künstler über seine Arbeit -
"Die Leinwand als Selbstreflexion oder Materie als Kommunikationspartner"


Die Frage, die ich mir selber stelle, ist die Faszination sich mit der Kunst auseinanderzusetzten spezifischer in meinem Fall, mit der Leinwand. Die Tatsache allein, dass die Leinwand, also das Material selbst, letztendlich etwas mit dir "tut" ist schon faszinierend. Man lernt sich über "tote Materie" kennen. Diese Leinwand dient als ein Reflektor, ein Spiegel. Ein Kommunikationspartner.

Durch die Beobachtung der Außenwelt bildet sich die visuelle Bildidee. Es entsteht ein Kreislauf zwischen mir und der äusseren Welt, die Leinwand fungiert als Zwischenstück. Verfeinere ich meinen Geist zusätzlich darüber hinaus verschärft sich meine Beobachtungsgabe, was wiederum verfeinert auf die Leinwand zurück geworfen wird. So behaupte ich ist der Geist fein ist das Bild fein. (Es sei denn man benutzt bewusst eine andere Richtung)

Zusätzlich sind die Emotionen, das Wilde, das Chaos, die Energie, das was das Schaffen ausmacht. Das anscheinend nicht kontrollierte, wird auf die Leinwand als ein Bild, eine Idee aufgetragen, wird somit kanalisiert. Das ist der Moment der interessant und spannend ist. Ventile werden geöffnet, der Raum verändert sich, das Bewusstsein schreitet neue Wege. Man erfährt eine andere Welt. Man passiert eine andere Welt, die Bilderwelt.

Das Wilde, das Chaos als Abstraktion mit den strengen Flächen der Dreiecke (Chaos versus Ordnung) wird gemischt, als homogene Bildgestaltung gestaltet und bekommt mit der Aussage über den Titel seine Existenz. Das Einsetzten fein justierter Entscheidungen, wie z.B. die Strenge als Ausdrucksmittel, für eine spezielle Aussage, ist eine Entscheidung. Somit ist die Bildidee eine Akkumulation von Entscheidungen.

Die Thematik des entstehenden Bildes, hängt dann davon ab was persönlich von Interesse ist. In meinem Fall haben sich im Laufe der Zeit die Portraits ergeben. Dies entstand aus einer Neugier die Menschen, die individuellen Personen, im Inneren besser erfassen zu wollen. Erfasste ich mein Gegenüber, konnte ich als Medium zwischen ihm und der Leinwand agieren. Es waren die "Anderen" die mein Interesse auf Sie lenkten, Etwas außerhalb der Norm. Speziell in Ihrer Art. Es sind Geschichten, Gedanken die entstanden sind.

Sich selber schärfen, feinere Gedankenstrukturen zu bilden, das Blick für das Wesentliche zu erhalten und die verschiedenen Strukturen in der Anwendung von Farbe, Form und Material zu bilden um dadurch neue Wahrnehmungen zu schaffen und dadurch eine neuen Blickwinkel auf die Welt zu erhalten ist das Ziel für mich. Der Betrachter wird dann zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Berlin, 2011



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The artist about his work -
"The canvas as a means of self-reflection, or matter as a partner for communication"


The question which I ask myself concerns the fascination of grappling with Art, in my case more specifically, with the canvas. The sole fact, that the canvas - i.e. the matter itself - is finally "doing" something to you, is mesmerizing. One discovers oneself over "dead matter". The canvas serves as a reflector, a mirror. A partner for communication.

Through observation of the environment, the visual idea in pictorial form is constituted. A cycle between myself and the world outside is created and the canvas operates as go-between. Should I moreover hone my spirit, my powers of observation and perception will be honed too, and thus a refined reflection results on the canvas. So I claim that a fine spirit causes a fine picture. (Unless a conscious effort is made to pursue another direction).

A creation is equally constituted by emotions, the wildness, chaos, energy. The seemingly uncontrolled is pasted unto the canvas as a picture, is thus channelled. This moment is the interesting and the gripping one. Outlets open, space changes and consciousness walks new ways. One experiences another world. Walks through another world, the world of pictorial forms.

Wilderness, chaos as an abstraction with the strict surfaces of triangles (Chaos versus Order) is coalesced, becomes a homogenous form of Art and exists via the statement about its title. The applying of fine-tuned decisions, like the decision to convey a specific expression by means of austerity, is in itself a decision. Seen thus, the idea of a form is an accession of decisions.

The theme of the picture depends on personal interest. In my case, portraits resulted in time. This was caused by a curiosity for people, individuals, a desire to better understand their inner workings. Were I to perceive my counterpart, I could function as a medium between him or her and the canvas. The "others" diverted my interest to themselves, to something apart from the normal. Especially by their manner. What was created were stories, thoughts.

To hone oneself, to develop finer mental distinctions and paradigms, to learn how to recognise the essential and to build different structures using colors, form and material, in order to produce new perceptions and thus obtain a new perspective on the world – this is my goal. Then the observer is asked to take a stand.

Berlin, 2011